Ich darf nochmal an das Anforderungsprofil erinnern, speziell die beabsichtigte Nutzung:
Siggi hat geschrieben:Ich möchte die Maschine nutzen um täglich von Mainz nach Rüsselsheim zu Pendeln etwas 10 km Autobahn plus Bundesstrasse.
Ich Arbeite Früh Spät Wechselschicht und bin daher auf gutes Licht angewiesen.
Des weiteren möchte ich damit regelmäßig zu meinen Campingplatz pendeln 15 km Autobahn plus 20 km Überland 100 kmh Landstraße größtenteils.
Mal schnell zum Angeln an den Rhein mit der Spinnrute aufm Rucken auf teils Schotter bzw. Feldwegen sollte auch dazupassen.
Ein Pendelfahrzeug zum Beruf muss zuverlässig funktionieren. Bei Gebrauchtmotorrädern steckt man aber nicht drin und wie oben gezeigt, bin ich sehr von meiner CB500 überzeugt, die ich mir mit 18 Jahren neu gekauft hatte. Als erstes motorisiertes Zweirad überhaupt und in der Absicht, es nicht eben mal in ein paar Jahren wieder zu verkaufen. Wobei ich von zehn Jahren ausging, nicht von 25.
Andere sind gut damit gefahren, sich etwas Altes für den Einstieg zu kaufen, bei dem man dann Erfahrung sammelt und persönliche Vorlieben und Abneigungen erst detektiert.
Aber ich würde nicht einfach irgendeine CB500 u.ä. empfehlen. Vor zehn Jahren ja. Heute nein. Grund ist das Alter. Es gibt ne Menge schlecht laufende Motoren, weil eben der Vergaser zu ist und v.a. Tanks innen rostig. Versiegelte Tanks halten auch nicht ewig, dann löst sich evtl. die Versiegelungsschicht ab und der Tank ist Schrott. Mitunter wird auch die Entlüftung schon beim Versiegeln verstopft.
Erster Blick ist also in den Tank und gern dort die Decke kontrollieren (Spiegel o.ä.). Ein neuwertiger Tank im Originallack einer CB 500 ist fast so viel wert wie das ganze Motorrad und mehr als der Motor. Das dürfte bei einer ER-5 nicht anders sein.
Weitere Probleme betreffen die Elektrik: die Stecker vergammeln mit der Zeit und bei der CB500 gibt es ab und an Lima-Reglerdefekte, wohl v.a. wegen unzureichender Wärmeableitung des korrodierenden Gehäuses. Damit bleibt man liegen, hatte ich auch mal. Zum Glück an der Tanke vor zu Hause, nur kurzer Schiebeweg.
Ich kenne nen Typen, der hat sich für tausend Euro so ne CB gekauft, dann ging die Odyssee los, am Ende waren da 1500 Euro zusätzlich und viele Nerven reingesteckt und der woanders gekaufte, zerdellte Tank hatte ne andere Farbe. In den gekauften habe ich geguckt: Die hatte irgendwer mal versiegelt, dieses Zeug bröckelte aber ab. Jemand, der zuverlässig entlüftete Tanks für Jahrzehnte garantiert versiegelt, habe ich noch nicht entdeckt.
Das mag alles kein Ding sein für den Typen, der das Gebrauchtfahrzeug gut checkt, evtl. selbst etwas schraubt und bei gutem Wetter mal ne Runde drehen will.
Der Pendler will aber oft nicht schrauben, der will fahren und ankommen. Der Wertverlust wäre mir bei einem solchen Pendelfahrzeug, bei dem ja Kilometer draufkommen, das ja bei jedem Wetter fährt, nicht so arg wichtig.
Schotter/Feldwege geht btw mit allem, eben nur unterschiedlich schnell. Da es aber ne Reiseenduro sein soll, bzw. die Optik anmacht und hier ja auch die Inazuma mal empfohlen wurde, möchte ich nochmal zur V-Strom 250 zurück:
https://youtu.be/RRWQZDFDeLM
Min 02:15: Da setzt sich der nicht gerade langbeinige Horvath (1,75m) drauf. Ich weiß von meiner LG, dass sie mit 1,62m auch auf beiden Seiten recht gut runterkommt und selbst Lulatsche wie ich sitzen da gut. Zudem gibt es ne Anfahrhilfe, der die Drehzahl erhöht, das Ding würgt man nicht so schnell ab. Der Kupplungshebel ist irre leicht.
Sehr guter Spritzschutz durch lange Fender/Schutz"bleche".
Neu unter 4,5k zu bekommen, Liste deutlich mehr, Vorführer ab 4. Da hat man dann zwar etwas Wertverlust, aber Garantie. Für die Hälfte bekommt man kaum gelaufene Inazumas mit quasi gleichem Motor, aber die ist weder Reiseenduro noch hat sie ABS.
Die 650 ist eben dann 30kg schwerer, etwas höher, aber auch sehr viel mehr Motorrad, wenn es sportlicher werden soll. Und super Licht...
Rostige Billigmoppeds wären nicht schlecht zum Üben auf dem Feldweg, aber zum Pendeln?