Auf ein Croissant ins Vercors
Verfasst: So 6. Feb 2022, 00:27
Es regnet, es regnet…die Erde wird nass! Das könnte eine Kurzzusammenfassung unserer 2021er CUB-Tour sein. Begonnen hatte es tatsächlich auch unter Tränen als mein Bruder uns 2 Wochen vor Abfahrt knapp informierte, dass die Tour wohl ohne ihn stattfinden müsse, da er eben von einer Leiter geflogen wäre und sich das Wadenbein doppelt gebrochen hätte. Jackpot!!! …und unser Koch war damit ausgefallen. Kurzzeitige Überlegungen das Vespa-Gespann zu nutzen wurden zeitnah wieder verworfen, da weder die 25cm lange Wunde über der Titan-Platte das Ganze schadlos überstehen würde, noch der 200er 2-Taktmotor die 400km Autobahnbolzerei. Das bereits für die erste Nacht gebuchte „Kompromisszimmer“ um unseren Senior bei Laune zu halten wurde von 4 auf 3 Personen umgebucht und dabei die erste Halbtagesetappe noch um 80km verlängert….Zielort war damit nicht mehr Annemasse sondern Chambery.
Auf der Autobahn sollte es Freitag mittag nach einem knappen Mittagessen über die A5 an Basel und Bern vorbei in Richtung Genf gehen. Dass das Wetter keine Rekorde im positiven Sinne brechen würde, war bereits vor Abfahrt klar. Um zumindest dem Pannendrama vom Vorjahr zu entgehen, wurde die damals anfällige „Ravensburg“ gegen eine deutlich besser dastehende „Bruchsal“ getauscht. Diese hatte auch keinen überproportionalen Benzindurst und so konnten wir getrost 150km-Autobahn-Vollgas-Etappen einkalkulieren. Ergänzt wurde das Ersatzteilpaket dennoch um einen Krümmer, einen kompletten Kettensatz mit extra Kettenschloss in 420er und 428er Dimension, sowie einer kompletten Einspritzeinheit. Pannenspray, Flicken und Montiereisen sind natürlich selbstredend….nochmal wollte ich mich nicht lumpen lassen (siehe „Tour den Panne“).
Kurz vor Bern erreicht uns an diesem Freitag der vorhergesagte Regen und zwingt uns die Regenkombis über zu ziehen…war letztlich aber nur ein kurzer Schauer….hätten wir uns also sparen können, wie immer. 20km später sind wir heilfroh über die „Fehlentscheidung“ als wir in ein Gewitter hineinfahren. Ein Tunnel scheint uns vor dem Gröbsten zu retten, an dessen Ausgang jedoch empfängt uns eine voll Wasser stehende Fahrbahn, auf der sich die Dosenfahrer zu Warnblinklicht-Feuerwerken gezwungen sehen. Mit unseren schmalen Reifen können wir aber getrost weiter Vollgas geben, CUBs kennen kein Aquaplaning…einzig die fehlende Sicht ist unangenehm und so reduzieren wir doch kurzzeitig die Geschwindigkeit. Bis Genf ist es wieder trocken, zwischendurch können wir sogar Berge sehen….ja, sowas gibt’s in der Schweiz. Direkt hinter der Grenze, es ist bereits 19 Uhr und damit mind. eine Stunde später als kalkuliert, dann die nächste Sturzflut….yeeehaaa….aber die Kombis halten noch dicht. In Höhe Annecy verlassen wir die Autobahn und erklimmen den prächtigen Aussichtsberg „Semnoz“. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf den Montblanc, zumindest im Normalfall. Wir haben mit viel Glück Sicht zum jeweiligen Vordermann und bibbern bei gefühlt einstelligen Temperaturen vor uns hin. Immerhin verziehen sich auf der Abfahrt die Wolken wieder und wir sehen Hagelkörner und abgerissenen Äste am Straßenrand, die sich zuvor vermutlich hinter der Wolkendecke versteckt hatten. Erst gegen halbzehn abends kommen wir „fertig wie Schnitzel“ in Chambery im Ibis Hotel an. Nach einer 10-minütigen Wartepause bis der Rezeptionist austelefoniert hat, können wir unser 6m²-Zimmer beziehen. Dieses hat jedoch auch unter dem kurz zuvor niedergegangenen Schlagregen gelitten, so war zumindest die Erklärung des Personals ab der riesigen Pfütze im Zimmer. Der 20x30cm große Wischmobb den der Rezeptionist euphorisch schwingt, ist mit der Wassermenge heillos überfordert bis ihm endlich 3 Handtücher zur Seite springen um unser Zimmer trocken zu legen. Dass um diese Uhrzeit kein Restaurant mehr auf hat, trifft auf fehlende Lust noch auszugehen und so geht’s mit nem reduzierten Abendessen bestehend aus Colafläschchen, Kirschen und Erdbeeren von Haribo ins Bett.
Die Nacht ist erwartungsgemäß wenig erholsam, die Betten wie das Zimmer selbst zu klein und das einzige Fenster öffnet direkt zum Parkplatz…was will man auch erwarten bei 54€ für ein 3er-Zimmer. Immerhin ist das Wetter am nächsten Morgen besser und die Sonne blitzt sogar durch die Wolkendecke. So verlassen wir Chambery südlich in das Chartreuse Massif um in Richtung Grenoble vorzustoßen. Der Blick auf den konstant sichtbaren Mont Granier mit seiner steil abfallenden Nordflanke ist spektakulär und fordert zu einem ersten Fotostopp auf. Im weiteren Streckenverlauf halten wir uns oberhalb des Val d’Isère auf der kleinen und feinen D30C, die immer wieder Blicke auf die gegenüber liegenden Alpen frei gibt, um nach einem Zwischenstopp an einer „Boulangerie“ jeweils zwei Pain au Chocolat und ein Croissant zu vernichten….das können sie halt, die Franzosen. Für die Abfahrt ins Tal haben wir uns ein leckeres Serpentinensträßchen ausgesucht, welches sich eng an den Fels schmiegt….ein Gedicht. Nach einem kurzen Tankstopp mit Überprüfung des Reifendrucks geht es über den Col Luitel und den Col de la Mort weiter südwärts, dem Department Drôme entgegen. Rechts und links, manchmal auch vor und hinter uns verdunkeln immer wieder Gewitterwolken den Horizont, manchmal beginnt es leicht zu regnen….aber irgendwie stört uns das garnicht. Am Pont de Ponsonnas halten wir bei einer Menschentraube an und beobachten einen Bungee-Jump…trotz guten Zuredens möchte unser Senior das Abenteuer nicht wagen, wir hätten’s ihm sogar bezahlt.
Kurz vor Bern erreicht uns an diesem Freitag der vorhergesagte Regen und zwingt uns die Regenkombis über zu ziehen…war letztlich aber nur ein kurzer Schauer….hätten wir uns also sparen können, wie immer. 20km später sind wir heilfroh über die „Fehlentscheidung“ als wir in ein Gewitter hineinfahren. Ein Tunnel scheint uns vor dem Gröbsten zu retten, an dessen Ausgang jedoch empfängt uns eine voll Wasser stehende Fahrbahn, auf der sich die Dosenfahrer zu Warnblinklicht-Feuerwerken gezwungen sehen. Mit unseren schmalen Reifen können wir aber getrost weiter Vollgas geben, CUBs kennen kein Aquaplaning…einzig die fehlende Sicht ist unangenehm und so reduzieren wir doch kurzzeitig die Geschwindigkeit. Bis Genf ist es wieder trocken, zwischendurch können wir sogar Berge sehen….ja, sowas gibt’s in der Schweiz. Direkt hinter der Grenze, es ist bereits 19 Uhr und damit mind. eine Stunde später als kalkuliert, dann die nächste Sturzflut….yeeehaaa….aber die Kombis halten noch dicht. In Höhe Annecy verlassen wir die Autobahn und erklimmen den prächtigen Aussichtsberg „Semnoz“. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf den Montblanc, zumindest im Normalfall. Wir haben mit viel Glück Sicht zum jeweiligen Vordermann und bibbern bei gefühlt einstelligen Temperaturen vor uns hin. Immerhin verziehen sich auf der Abfahrt die Wolken wieder und wir sehen Hagelkörner und abgerissenen Äste am Straßenrand, die sich zuvor vermutlich hinter der Wolkendecke versteckt hatten. Erst gegen halbzehn abends kommen wir „fertig wie Schnitzel“ in Chambery im Ibis Hotel an. Nach einer 10-minütigen Wartepause bis der Rezeptionist austelefoniert hat, können wir unser 6m²-Zimmer beziehen. Dieses hat jedoch auch unter dem kurz zuvor niedergegangenen Schlagregen gelitten, so war zumindest die Erklärung des Personals ab der riesigen Pfütze im Zimmer. Der 20x30cm große Wischmobb den der Rezeptionist euphorisch schwingt, ist mit der Wassermenge heillos überfordert bis ihm endlich 3 Handtücher zur Seite springen um unser Zimmer trocken zu legen. Dass um diese Uhrzeit kein Restaurant mehr auf hat, trifft auf fehlende Lust noch auszugehen und so geht’s mit nem reduzierten Abendessen bestehend aus Colafläschchen, Kirschen und Erdbeeren von Haribo ins Bett.
Die Nacht ist erwartungsgemäß wenig erholsam, die Betten wie das Zimmer selbst zu klein und das einzige Fenster öffnet direkt zum Parkplatz…was will man auch erwarten bei 54€ für ein 3er-Zimmer. Immerhin ist das Wetter am nächsten Morgen besser und die Sonne blitzt sogar durch die Wolkendecke. So verlassen wir Chambery südlich in das Chartreuse Massif um in Richtung Grenoble vorzustoßen. Der Blick auf den konstant sichtbaren Mont Granier mit seiner steil abfallenden Nordflanke ist spektakulär und fordert zu einem ersten Fotostopp auf. Im weiteren Streckenverlauf halten wir uns oberhalb des Val d’Isère auf der kleinen und feinen D30C, die immer wieder Blicke auf die gegenüber liegenden Alpen frei gibt, um nach einem Zwischenstopp an einer „Boulangerie“ jeweils zwei Pain au Chocolat und ein Croissant zu vernichten….das können sie halt, die Franzosen. Für die Abfahrt ins Tal haben wir uns ein leckeres Serpentinensträßchen ausgesucht, welches sich eng an den Fels schmiegt….ein Gedicht. Nach einem kurzen Tankstopp mit Überprüfung des Reifendrucks geht es über den Col Luitel und den Col de la Mort weiter südwärts, dem Department Drôme entgegen. Rechts und links, manchmal auch vor und hinter uns verdunkeln immer wieder Gewitterwolken den Horizont, manchmal beginnt es leicht zu regnen….aber irgendwie stört uns das garnicht. Am Pont de Ponsonnas halten wir bei einer Menschentraube an und beobachten einen Bungee-Jump…trotz guten Zuredens möchte unser Senior das Abenteuer nicht wagen, wir hätten’s ihm sogar bezahlt.