Viel geschrieben, nichts gesagt, außer dass es bei jedem anders ist.
- Schlechtes Wetter lässt meine Tagesfahrleistung entweder komplett auf Null fallen oder exorbitant steigen.
Wenn ich auf dem Heimweg bin und in schlechtes Wetter gerate dann überlege ich mir nicht lange, ob ich eine Übernachtung einlege. Der Gedanke an Quartiersuche, dem erfahrungsgemäß erfolglosen Versuch das Zeug über Nacht zu trocknen und am nächsten Morgen wieder in die nassen, kalten Klamotten steigen zu müssen ist fürchterlich. Da schau ich lieber, dass ich noch was zu essen und trinken bekommen kann und knüpple dann in einem Rutsch heim.
- wenn ich morgens bereits ein Quartier für den Abend buche, dann meist im Umfeld von ca 250-300km Luftlinie, was dann meistens 350-400km Landstraße bedeutet.
Das kann bei manchen Menschen ganz eays sein und man kommt schon am frühen Mittag an, aber bei mir bedeutets das meist Prokrastination vom ersten Kilometer an. Es wird getrödelt, fotografiert, gequatscht, kier ein Umweg, dort ne Sehenswürigkeit und irgendwann bei einbrechender Dunkelheit der Blick aufs Navi: Schnellste Strecke zum Ziel noch zwei bis drei Stunden. Dann wird wieder durch die Nacht geknüppelt, Werni kennt das

- Alternativ: Morgens los, sich treiben lassen und spätnachmittags dann Quartiersuche. Kann an langen Wochenenden in Frankreich und Belgien u.U. zum Problem werden. Man findet kein Quartier und und rollt dann den Schlafsack in einer Bushaltestelle aus oder das Quartier in den Ardennen ist 20km Luftlinie weg, was nach 40km Fahrt immer noch eine 8km-Etappe auf Feldwegen durch den dunklen Wald bedeutete.
- Auch Pannen können sich höchst unterschiedlich auswirken: Entweder
- Abbruch der Tour, Unterbringung des havarierten Gefährts, Quartiersuche, Reparatur am nächsten Tag und dann Weiterfahrt
- Abbruch der Tour, Unterbringung des havarierten Gefährts, Weiterfahrt per Bahn und am nächsten Tag mit dem Ersatzeil wieder hin, Reparatur und Weiterfahrt
- Unterbrechung der Tour, Reparatur und dann wieder knüppeln bis zum morgens gebuchten Quartier
Mein Fazit inzwischen:
- Planung ist alles,
- Das Teil was verreckt, hast sowieso nicht dabei, also ärgere dich nicht.
- aber am wichtigsten ist ein Plan B. Und wenns nur der Schutzbrief ist, bzw ein Chef, der es akzeptieren kann, wenn man einen Tag später erst aus dem Urlaub kommt.
Jede Tour ist anders und etwas ist immer

Wenn alles klappt werd ich misstrauisch. Ich bin immer noch verblüfft, wie
meine Tour nach Helsinki und zum Dieseltreffen nach England geklappt hat, naja abgesehen von der geplanten Nachtfähre nach Hull.
Danke an Himbeer-Toni, Harri und Maddin für ihrer Unterstützung noch auf diesem Weg
