Nein, ist mir nicht aufgefallen. Welche Wissenschaftler inwiefern?
Mir ist nur aufgefallen, dass medial häufig Unterschiede - zwar nicht in der Analyse, aber bei Handlungsempfehlungen oder in der Substanz ihrer Veröffentlichungen - aufgebauscht werden. Genauso wie bei Politikern.
Nehmen wir Drosten-Streeck: Da sagt Drosten etwa, dass er ohne erste Veröffentlichungen zu der Heinsberg-Studie diess nicht einordnen könne, es gebe nichts Schriftliches und die Pressekonferenz sei nicht sehr aufschlussreich (meine Wortwahl). Streeck, daraufhin angesprochen, sagt, dass er eben bereits vor der Niederschrift eine Veröffentlichung von Daten aufgrund der aktuellen Situation gewählt habe.
Ich sehe da keinen Widerspruch. Natürlich kann ein Wissenschaftler eine Studie erst bewerten, wenn er das Forschungsdesign kennt. Umgekehrt kann ich aber auch Streeck verstehen, der seine Studie kennt und offenbar für so hilfreich hält, dass er nun vorprescht, Ehrgeiz hin oder her: Das ist derzeit nicht verkehrt. Aber er könnte darauf verweisen, dass seine Studie eben erst aktuell erstellt wird und auch noch nicht adäquat veröffentlicht (in einer wissenschaftlichen Publikation) ist, eben nicht peer-reviewed.

