Der Dieselmotor ist das Antriebskonzept, das die deutsche Autoindustrie groß gemacht hat. Pionier war ganz klar VAG mit ihrem TDI. Es ist gegenüber dem Rest der Mitbewerber ein Alleinstellungsmerkmal, vorallem was Leistung und Auswahl angeht. Benzinmotoren hingegen gibt's deutlich bessere (vorallem haltbarere), allen voran Honda (halte ich persönlich für die besten Motoren in Massenproduktion). Auch Mazda, die zeigen das es auch ohne Downsizing geht beeindruckt deutlich mehr als die deutschen 1l-Dreizylinder-Luftpumpen.
Würde man das Steuersystem nun ändern, würde ein wichtiges Verkaufsargument für deutsche Autos wegfallen. Auch klar, das dies die Politik nicht will. Es ist nicht nur der Kunde, sondern ein Konglomerat aus Politik, Industrie und Kundenwünschen. Nur zeigt sich immer mehr, das der Diesel in einem PKW nichts verloren hat.
Es ist schon traurig genug, das ein Euro4-Saugrohreinspritzer im realen Fahrbetrieb sauberere Abgase produziert als ein Euro6-Diesel. Einziges Problem dieser Technologie: Auf dem Papier viel zuviel CO2-Ausstoß. Im Realbetrieb sieht's dann doch wieder nicht ganz so schlimm aus.
In Brüssel kommen auf jeden Politiker etwa 20 Lobbyisten. Glaubst du wirklich die derzeitige Gesetzgebung ist ohne Einfluß der (mächtigen) Autoindustrie entstanden?
Und die Autoindustrie hat richtig Angst vor der Elektromobilität. Erstens entstehen bei so einem Technologieumstieg neue Mitbewerber (allen voran Tesla) und es krempelt den Markt in unberechenbarer Weise um. Zudem ist an einem E-Auto nicht viel dran, was gewartet werden muß.
Ich erinnere mich noch an eine flammende, auf die Tränendrüse drückende Rede eines deutschen Autolobbyisten:
"Was macht denn Bosch wenn sie keine Zündkerzen mehr verkaufen können?"
"Was passiert mit ZF, wenn keiner mehr Getriebe braucht?"
"Wie sollen die Werkstätten überleben, wenn es keine Ölwechsel mehr gibt?
Denen geht die Düse. Und zwar gewaltig. Der Verbrenner (egal ob Diesel oder Benzin) ist eine wahre Gelddruckmaschine im Aftermarket und verglichen mit einem E-Motor unglaublich wartungsintensiv. Klar finde ich als Enthusiast einen V12 faszinierend, vorallem den maschinenbautechnischen Aufwand. Sowas bewundere ich ganz ehrlich. Aber in einer Zeit, wo Effizienz ganz vorne steht, kommt man um den E-Motor nicht rum. Man wird sich in Zukunft nicht mehr darüber unterhalten, wieviele Zylinder ein Motor hat, sondern wieviele Pole der E-Motor hat.
Zum Thema Besteuerung, ich wäre sowieso dafür die KFZ-Steuer zu streichen, dafür aber einen energieäquivalenten Preis für den Sprit verlangen. Sagen wir 3€/l für Benzin, 4€/l für den Diesel. Was glaubt ihr, wie schnell sich effiziente Fahrzeuge durchsetzen würden? Viel wichtiger, sogar eine richtig effiziente Fahrweise wird belohnt. Da wird man sich halt überlegen, ob man wirklich ein 2t-SUV mit 300PS braucht um die Brötchen zu holen. Oder ob es notwendig ist mit 200km/h+ über die AB zu blasen. Und als Draufgabe schießen die CUB's aus dem Boden

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Grüße,
Zeph