Könnte man.
Ich finde es aber auch nicht verkehrt, wie gestern bei "Extra 3" (NDR) argumentiert wurde: Es gab eine Sondersendung zum Thema "Religion", wobei dazu auch die Wachstumsideologie, gesundes Essen und das Auto gezählt wurde. Und auch die Klimabewegung. Klar.
Christian Ehring erinnerte (aus meiner Erinnerung) an die in früheren Jahrhunderten hungernden Menschen. Die haben sich nicht aufgeregt über Ausbeutung von oben, sondern sie suchten die Schuld bei sich, hatten bspw. nicht gottesfürchtig genug gelebt.
Also die Schuld bei sich zu suchen, dass man selbst der arme Sünder ist, der zuviel Fleisch isst, fliegt, SUV fährt: Das hat was Religiöses.
Nun heisst es nicht, dass allen Absolution erteilt werden sollte (schon wieder Religion!), denn natürlich kann jeder Einzelne etwas tun. Aber ohne Änderung des Wirtschaftssystems hin zu mehr Nachhaltigkeit wird mit noch soviel Verzicht des Einzelnen sich wenig zum Besseren wandeln. Im Gegenteil spaltet das die Gesellschaft.
Es ist ja totaler Quatsch, dass wir den Klimawandel nur eindämmen könnten, wenn die unterprivilegierten Schichten sich viel Schädliches (Fliegen, SUVs, amerikanisches Rindschfleisch...) nicht mehr leisten können. Ausgerechnet die, die eher klimafreundlich leben als diejenigen, die es dicke haben.
Je länger wir warten, desto härter wird es aber wohl die Unterprivilegierten treffen.


