Da hat jemand die Länder verwechselt, es sollte sich wohl eher um China handeln und um eine spezielle Form der Korruption.Ramon Zerano hat geschrieben: ↑Mo 9. Mär 2020, 11:00Was zeigte man? Man zeigte Südkorea. Man zeigte wie radikal und toll die dortige Regierung gegen das Virus vorgeht.
Denn in China kann derzeit Alibaba sein Glück kaum fassen.
Zum Leidwesen chinesischer Schüler fällt nämlich der Unterricht Virus-bedingt nicht aus, sondern erfolgt per Alibaba-App.
Nun findet das Schulleben digital statt – also auch der wöchentliche Fahnenappell.
Die Schüler müssen sich vor den Laptops und Tablets erheben, aus den Lautsprechern ertönt die Nationalhymne.
„Mit einem roten Schal um den Hals, vor dem Bildschirm stehend die rote Flagge mit fünf Sternen begrüßen“, zitiert die Süddeutsche Zeitung Chinas amtliche Nachrichtenagentur Xinhua, sei „ein unvergessliches Erlebnis“.
Unvergessliche Erlebnisse erfahren nun aber geschätzt eine Million Chinesen an bestimmten Kontrollpunkten.
Denn jeden Zugang zu einer öffentlichen Einrichtung reguliert die Partei nun mit einer App der Alibaba-Tochter Ant Financial.
Diese erfasst alle Bewegungen und Begegnungen.
Wie die FAZ berichtet, müssen zum Beispiel U-Bahn-Passagiere in Shanghai den QR-Code des von ihnen benutzten Waggons scannen.
Auf Basis dieser Daten leuchtet dann das Smartphone an Kontrollpunkten grün, gelb oder rot.
Nur bei grün darf der Kontrollpunkt passiert werden.
Rot bedeutet zwei Woche Isolation.
Schwärmereien, wie effizient doch eine Diktatur auf Krisen reagieren kann, gehen jedoch fehl.
Tatsächlich dürfte es nämlich für Anbieter dieser Apps noch viel besser werden: denn warum sollte die Partei diese Technik nach dem Ende der Epidemie nicht mehr nutzen wollen?
Digitalisierung ist doch ein Segen – fragt sich nur für wen.

