Brauckis Camping Solar Thread

Über was man sonst noch redet
harryguenter
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Re: Brauckis Camping Solar Thread

Beitrag von harryguenter »

braucki hat geschrieben:
So 31. Jan 2021, 20:09
Da hast du schon recht, aktuell weiß ich auch noch nicht, was einzeln 500w verbraucht. Die Standardbeleuchtung 12V aus 2009 ist ja keine LED Beleuchtung - wird also etwas mehr als 3-4 Watt pro Leuchtmittel verbrauchen. Die Umluftanlage läuft sogar auf 12v - da habe ich gerade noch mal in die Unterlagen geschaut. Die einfache läuft wohl über 230V.

Aber 500w max. Stromabnahme sollte man doch schon einplanen, wenn mal alles zusammen kommt.
Ach so, die Truma Warmwasseraufbereitung braucht 300W/1,3A - dass dürfte der größte Einzelabnehmer sein. Läuft aber auch nur bei Bedarf (wenn man nicht vergisst sie auszuschalten).
Würde dafür ein Anlage mit 200w Panels und 200AH Gelbarterie mit einem Sinus Wechselrichter 12v auf 230v und max. 1000W Abnahme reichen?
Ich würde da lieber noch etwas Luft haben als auf Kante zu planen.
Ein 200 Ah 12 Volt Akku stellt Dir ca. 2400 Wh (=2,4kWh) Wattstunden zur Verfügung. Abzüglich Wirkungsgradverluste des Spannungswandlers (ca. 10%) sowie frühzeitiger Abschaltung als Tiefentladeschutz würde ich mal von ca. 1500 Wh ausgehen die Dir auf jedem Fall bei voll geladener Batterie zur Verfügung stehen sollten.
Teile die 1500 Wh durch die durchschnittliche Leistung die Deine Verbraucher ziehen und Du weist wie weit Du damit kommst.
Deinen Wasserkocher mit 300 Watt könntest Du also ca. 5 Stunden non stop betreiben. Deinen 30 Watt Fernseher ca. 50 Stunden.
Sparpotential sehe ich bei der Beleuchtung. Die alten 12 Volt Halogen brauchen gerne 20-40 Watt je Stück. Wenn Du die gegen 12V LED Birnen tauscht kommst Du auf unter 10 Watt das Stück. 5 Stück davon könntest Du 30 Stunden betreiben statt nur ca. 8 Stunden mit dne herkömmlichen Halogenlampen.

Ein 200 Watt Modul wird Dir je nach Ausrichtung und Jahreszeit jeden Tag irgendwas zwischen fast nix und 1000 Wh zurückgewinnen können. Bist Du also mehrere Tage hintereinander auf Anlage angewiesen ist ein 200 Watt Solarpanel evtl. zu wenig. Ist das nur ne Wochenendaktion und die Anlage hat die Woche über Zeit voll zu laden dann mag das für die 2,5 Tage reichen sofern ihr das nicht auch in der dunklen Jahreszeit vorhabt.

Normalerweise ist der Stromverbrauch beim Camping ja recht übersichtlich. An Landstrom haben wir mit Kühlschrank, Wasserheizer, morgens Kaffeekochen, Abends bisserl Licht, Laptop, Fernseher usw. selten mehr als 2 kWh pro Tag bezahlt. Wenn man die großen Verbraucher abzieht sollte ein 2,4 kWh Akku schon ne ganze Weile reichen.

Mal ne andere ketzerische Idee - zumindest als Test mag das funktionieren um sich an Deine Bedürfnisse ranzutasten zumal Du das ja eh nicht mobil verwenden willst:
Der Spannungswandler kostet bei Ebay 30 (500Watt) bis 50 EUR (1000 Watt). Vielleicht hast Du noch ne brauchbare Autobatterie und nen Batterielader irgendwo rumliegen. Steck das Ganze in einen wasserdichte Kiste und nimm das mal an nem Wochenende mit zum Wohnwagen. Speise die 230 Volt ein und schau wie weit Du damit kommst. Das mag sogar ne (etwas lästige aber dafür preiswerte) Dauerlösung sein. Strom von Inselsolaranlagen ist für gewöhnlich ziemlich ineffizient und teuer.

braucki
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Re: Brauckis Camping Solar Thread

Beitrag von braucki »

Das wäre natürlich auch eine Idee - einfach zwei 100ah Batterien Zuhause laden und im Kofferraum mitnehmen - eine Lösung die mir irgendwie gefällt :mrgreen:
Insbesondere, weil um die Ecke (ca. 10min mit dem PKW) wohnt und ich da bei Bedarf einen Akkutausch machen könnte 8-)
Grüße
Oliver

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Re: Brauckis Camping Solar Thread

Beitrag von Brett-Pitt »

HGs Berechnungen sind zielführend.
Daumen hoch.

Ich hätte auch angedacht, fürs WE einfach zwei
fette Batterien einzupacken und gucken, wie weit
man damit kommt. So als Low-Cost-Vorschlag.
Die Japaner sind ja beim Autobauen nicht blöd:
Deren E-Dosen laufen alle (?) bi-direkt, der teure
Tesla kann das (noch) nicht.

Wie schon gesagt: Alles, was Wärme angeht, möglichst
NICHT über teuren Strom. Dann besser fossiles Gas oder
bei WW primitive Solarthermieanlage. Und zusätzlich
eine Low-Cost-Lösung (mit Gebraucht-PV? Maatin fraagen!).

Nächste Idee, falls es vor Ort ein Camper-Plenum gibt:
In weiten Teilen Afrikas wird PV-Strom dezentral verkauft.
Dort nur für Handys oder Tablets. Gäbe es vor Ort nicht
jemand, der Strom verkauft? Viele PV-Anlagen fallen ab
vorgestern (also 01.01.) aus der EEG-Förderung. Einspeisung
für 5 Cent lohnt nicht. Aber Batterienaufladen? So für zwischen-
durch, aus Prinzip, bei den ...äh... "Gutmenschen" ?

Mannomann, Abenteuer-Urlaub.
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mit Eigenstrom-Auto noch mit Nullenergie-Haus kompensieren !!!

harryguenter
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Re: Brauckis Camping Solar Thread

Beitrag von harryguenter »

Brämerli hat geschrieben:
So 31. Jan 2021, 20:01
Ich habe für die eigene Weiterbildung versucht den Haken am Set zu finden.
https://basba.de/solar-inselanlage-1000 ... 0-pro.html
Die Solarzelle liefert max 310 Watt. OK.
Der Laderegler wird mit 20A angegeben. Keine Angabe ob er die maximale Leistung die von der Zelle kommt dann auch an die Batterie liefert. Ist da der Hund begraben?
Der Umformer wird mit 1000Wat 230 Volt Dauerbetrieb angegeben, nicht weniger.

Für mich kann das Ding schon 1000Watt Anlage genannt werden. Der Umformer liefert das ja. Dass ich keine 1000Watt von der Solarzelle bekomme sehe ich (als Kunde). Ist es Branchenüblich die ganze Leistungskette anzugeben? Wäre das im Fachjargon eine 310 Watt Anlage?
Meine Meinung:
Die Anzeige ist so inkonsistent gebaut, dass ich bezweifle dass die Ersteller Ihr Produkt kennen und die Zusammenhänge von Leistung (Watt), Kapazität (Ampèrestunden Ah), Arbeit bzw. Energie (Wattstunden Wh) sowie Stromstärke (Ampère A) und Spannung (Volt V) wirklich kennen. Mal greifen die in der Anzeige viel zu tief und ein andermal viel zu hoch. Das macht auf mich keinen guten Eindruck. Für jemanden der nach eigenen Aussagen studiert hat und sich schon ein Leben lang mit Batterien beschäftigt ist das schon verwunderlich. Aber vielleicht ist es das auch - er kennt Batterien aber keine Solaranlagen.

Ich zitiere mal von der Webseite:
Die 1.000 Watt PV-Anlage wird...
Das ist definitiv mindestens irreführend wenn nicht gar falsch.
Die Leistung von Pholovoltaik (PV) Anlagen wird üblicherweise in Kilowattpeak (kWp) angegeben. Das ist die maximale Kurzzeitleistung die die Anlage liefert. Diese Photovoltaikanlage mit dem 310 Watt Solarmodul liefert aber keine 1000 Watt - weder als Peak und schon gar nicht als Dauerleistung. Die PV Anlage ist also bestenfalls als 310 kWp Anlage zu betrachten.

Lediglich der Spannungswandler ist in der Lager Dauerhaft 1000 Watt abzugeben (1500 Watt bis 10 Sekunden / 2000 Watt bis 2 Sekunden laut Herstellerwebseite).
Der 200 AH Akku im Set liefert die 1000 Watt aber max. 2 Stunden dann ist Schicht - das schreiben sie so aber nicht direkt.

Stattdessen steht oben in der Anzeige in fett
Kompaktes Set speziell zusammengestellt für Dauerbetrieb, z.B. von einem Kühlschrank
. Das ist lächerlich. Ein A++ 300 Liter Kühlschrank braucht etwa 0,33 kWh am Tag. Mit dem vollaufgeladenen Akku könnte man solch einen Kühlschrank etwa 1 Woche lang ohne nachzuladen betreiben.

Etwas später dann
Eine Beispielnutzung über den Tag verteilt könnte so aussehen:
Handelsüblicher Fernseher mit ~40W für 5h
Bohrmaschine mit ~800W für 20 Minuten
Kühlschrank mit guter Energieeffizienzklasse für 24h
Die Batterie wäre nach diesem Beispielverbrauch noch zu ca. 50% geladen.
Das trifft schon in etwa zu ist aber was anderes als der Kühlschrankdauerbetrieb.
Obwohl es logisch erscheint eine Inselsolaranlage für den Sommer zu installieren, so täuschen Sie sich nicht bei den Möglichkeiten im Winter. Die Panele sind heutzutage effektiver denn je
Auch das ist so nicht nicht falsch aber ziemlich irrelevant. Der Wirkungsgrad der Panele beträgt heute ca. 20%. Vor 15 Jahren waren es so 15-17%. Da haben sich also keine Welten in der Zwischenzeit bewegt. Viel wichtiger für den Stromertrag ist dagegen die Ausrichtung der Panele, so dass sie jederzeit ca. 90° zur Sonneneintrahlung stehen. Der Wirkungsgradzuwachs macht schlecht ausgerichtete Panele halt nur marginal besser.

Wie gesagt - so richtig scheint sich der Anbieter in der Materie nicht auszukennen auch wenn (bis auf die Leistungsangabe der PV Angabe) keine groben Fehler drin sind.

braucki
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Re: Brauckis Camping Solar Thread

Beitrag von braucki »

HG,
was würdest du dir denn zusammenstellen, um meinen Bedarf abzudecken.
Die Leuchtmittel würde ich mir noch einmal anschauen und wo möglich gegen LED ersetzen aber da läuft ja auch nicht alles rund um die Uhr.
Also welche Panels, welchen Laderegler, welchen Wechselrichter, welche Kabelquerschnitte, welche Akkus (einen großen oder evtl. mehrere kleine Akkus) und was es alles noch so zu beachten und zu kaufen gilt.
Ich bin da für Hinweise wirklich dankbar.
Grüße
Oliver

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wilge
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Re: Brauckis Camping Solar Thread

Beitrag von wilge »

Moin,
Ich werfe mal folgendes Beispiel in den Raum:
https://solarkontor.de/WATTSTUNDE-Power ... ation-500W
gibt es von verschiedenen Herstellern in diversen Kapazitäten
  
Viele Grüße aus dem Tor zum Sauerland
Wolfgang

Wenn Deine Bremse reibungslos funktioniert, hast Du ein Problem!

harryguenter
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Re: Brauckis Camping Solar Thread

Beitrag von harryguenter »

braucki hat geschrieben:
So 31. Jan 2021, 22:56
Also welche Panels, welchen Laderegler, welchen Wechselrichter, welche Kabelquerschnitte, welche Akkus (einen großen oder evtl. mehrere kleine Akkus) und was es alles noch so zu beachten und zu kaufen gilt.
Ich bin da für Hinweise wirklich dankbar.
Hmm, was die Produkte selbst oder "best practice" Lösungen für Inselsolaranlagen angeht kann ich Dir leider nicht helfen. Ich verstehe die Physik dahinter und kann damit abschätzen ob eine Werbung stimmig ist ist und ggfs. in welcher Größenordnung man so eine Anlage braucht. Ob o.a. Angebot allerdings seinen Preis wert ist vermag ich derzeit nicht zu beurteilen.

Da ich allerdings einige Jahre lang mit dem WoMo meiner Eltern unterwegs war kann ich mir so in etwa ein Bild von den Verbrauchern beim Camping machen. Somit können wir uns aber noch ein wenig Deine Verbrauchsseite anschauen und dann ein paar grundlegende Überlegungen zur Bedarfsdeckung machen.

a) Verbrauchsseite soweit ich das aus Deinen Informationen rausgelesen habe:
  • der Warmwasserbereiter (im Normalfall zum Spülen). Brauchte immer so 20 Minuten zum aufwärmen des Wassers und wurde 2 mal am Tag benutzt. Sagen wir 45 Minuten und die 300 Watt dann braucht der pro Tag 225 Wattstunden (Wh)
  • Licht: Morgens und Abends ca. 5 Stunden. Im Schnitt 4 Halogenlampen (beim kochen mehr, beim Fernsehen warens bei uns meist nur 2) à 30 Watt für 5 Stunden 600 Wh (bei LED Umrüstung wären es unter 240Wh)
  • Fernsehen ca. 4 Stunden pro Tag bei 30 Watt sind weitere 120 Wh
  • Laptop betreiben ca. 2 Stunden bei ca. 70 Watt. 150 Wh
  • Deine "Umluft" kann ich nicht einschätzen. Nen großer Tischventilator braucht ca. 40 Watt. Bei 4 Stunden Betrieb also weitere 160 Wh. Heizung mit Strom wird nicht gehen da zu Leistungshungrig für den Spannungswandler.
  • Handys laden kann man mit ca. 10 Wh (2 Stück jeden Tag geladen) vernachlässigen
  • bisschen Kleinzeug wie Wasserpumpe, Steuergerät ggfs. Radio sollte mit ca. 50 Wh auskommen.
  • Kühlschrank würde so ca. 300 Wh brauchen
Habe ich was wichtiges vergessen? Ansonsten brauchst Du so etwa 1600 Wh (1,6 kWh) pro Tag.
Hast Du Erfahrungswerte wieviel Du so pro Tag auf dem Campingplatz an Strom verbrauchst? Das sollten dann in etwa 2 bis 3 kWh sein die Ihr so bezahlt (manchmal natürlich auch all inklusive) habt in der Vergangenheit wenn man noch Kaffeekocher und ähnliches dazunimmt.
Der 200 Ah 12 Volt Akku liefert Dir vollgeladen max. 2400 Wh. Allerdings hast Du mind. 10% Verlust im Spannungswandler und ganz leer wird er auch nicht. Also sagen wir 2000 Wh.
Anders ausgedrückt: Wenn Du mal Deine 2St. 100 Ah Batterien testen willst dann sollten die knapp 1,5 Tage reichen. Halten sie länger oder weniger lang verbraucht ihr entsprechend mehr oder weniger.

Gucken wir uns noch ein wenig die Stromerzeugungsseite an:
Meine 4,8 kWPeak Solaranlage (20 Module à 240 Watt Max. Leistung) auf 35° Dachneigung mit Südsüdwest Ausrichtung liefert hier im Münsterland (also nicht soweit von der Ruhr weg) ca. 4500 kWh pro Jahr.
Macht pro 240 Watt Modul pro Tag gute 600 Wh. Im Sommer mehr im Winter deutlich weniger. An einem schönen Wintertag wie heute waren es ca. 700 Wh Ertrag pro Modul über den ganzen Tag.
Übrigends würde ich bei Frühlings + Herbstnutzung empfehlen das Dach wenn möglich eher etwas steiler (45°) zu bauen um dort die besseren Erträge zu erzielen. Im Sommer hast Du genug Sonnenstunden und Intensität - da muss man nicht das Maximum rausholen. Bei reiner Sommernutzung dagen eher etwas flacher (30-35°). Südausrichtung und keine Verschattungen durch Bäume sollten es schon sein.
So ein 200 Watt Solarmodul sollte also an einem Sommertag tatsächlich etwa 1000 Wh liefern. Allerdings hat der Laderegler auch einen 10% Verlust wovon also nur 900 Wh im Akku landen.

So und jetzt beginnt Dein Rechnenspiel mit der Dimensionierung.
Ein einzelnes 200 Watt Modul wird Euren Bedarf dauerhaft (1 Woche Dauerbetrieb) nicht decken können. Bei einem 300 Watt Modul könnte es unter guten Bedingungen grad so reichen.
Andererseits muss es dass ja auch gar nicht wenn ihr sowieso nur am Wochenende oder Abends mal da seid. Dazu hat der Akku ja noch reichlich Kapazität.
Letztendlich hängt aber alles von Eurem Nutzungsverhalten und Verbrauch ab.

Die im o.a. Angebot aufgeführten 750 EUR sind halt auch ne Stange Geld für nen bisserl Strom. Die Akkus halten dazu nicht ewig. Wenn Ihr da 5 kWh pro Wochenende rauszieht und das an 30 Wochenenden im Jahr macht dann sind das in 10 Jahren (und länger hält der Akku swohl nicht) ca. 1500 kWh die Ihr auf die Art benutzt. Da kostet jede einzelne dann 50 Cent. Fahrt Ihr weniger oft hin oder holt weniger raus wird nur noch teurer.

braucki
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Re: Brauckis Camping Solar Thread

Beitrag von braucki »

Hallo HG,
über den Bedarf unter Sparbedingungen kann ich gar nicht berichten. Auf Campingplätzen während unserer Reisen haben wir bisher immer Comfortplätze mit Strom, Wasser und Abwasser am Stellplatz gebucht und auf den Stromverbrauch haben wir nie geachtet, da liefen immer Kaffeemaschine, Eierkocher, Wasserkocher, die Warmwasser-Truma und die Fußbodenheizung bei Bedarf und so oft lange wie wir wollten. Es gab einen Campingplatz, da mussten den wir den Zählerstand zu am Anfang und Ende unseres Aufenthalts ablesen - da haben wir in einer Woche um 65kwh verbraucht - haben aber auch wirklich nicht versucht darauf zu achten wenig zu verbrauchen. Aktuell wäre mir so ein Platz als Saisonstellplatz auch lieber - ist aber nicht für Geld und gute Worte in vernünftiger Lage am Wasser in der Nähe zu bekommen und bei dem ausgesuchten ohne Schnickschnack kostet die Lage auch schon ordentlich 8-)

Aber ich denke, was du so unter Sparbedingungen aufgelistet hast, sollte dann schon in der Realität so eintreffen.

Und in der Praxis ist es bestimmt komfortabler, die Akkus vor Ort über ein Panel zu laden - die sind nicht so der Kostentreiber - teuer sind eher die Akkus
Beim Laderegler würde ich zu so etwas tendieren - die einfachen kleinen für 10€ ohne Kühlrippen werden da vermutlich nicht ausreichend sein:


Spannungswandler, da würde ich zu so etwas tendieren

oder


Amazon einfach nur, weil ich da schon mal etwas durchsortieren kann und ein paar vernünftige/erklärende Kundenbewertungen gibt

Bei den Solarpanels weiß ich gar nicht, ob man da nicht auch gebrauchte Panels nehmen kann?
Beispielsweise diese hier, die würden, wenn ich das Typenschild richtig deute zusammen max. 460W liefern

https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anz ... 9-168-1527


Aber ich habe auch gestern noch mit Raphael/Gausi telefoniert - der wollte mir da auch mal was zusammenstellen. Allerdings mit modernen Akkus (14 CATL-Li-Ion-Zellen 3.7V/58Ah/212Wh ergeben knapp 3KW Speicherleistung für um 300€) auf 24V - da bin auch mal gespannt. Das wäre natürlich was modernes, was mit mehr Ladehub genutzt werden könnte.
Grüße
Oliver

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Re: Brauckis Camping Solar Thread

Beitrag von trackcrasher »

Ich bin Camper praktisch seit meiner Geburt: früher mit den Eltern im (selbst ausgebauten, später gekauften) Wohnmobil [1], seit 10 Jahren ab und zu selbst damit unterwegs; in letzter Zeit allerdings mehrheitlich mit Auto + Dachzelt [2].

ad 1) Wohnmobil: WIr sind damit so eingerichtet, dass unterwegs alles auf 12V (Licht, Wasserpumpe etc) bzw. der Rest auf Gas (Kühlschrank, Herd,...) läuft. Energiespeicher ist eine einfache ca. 90Ah gr0ße Bleibatterie (ich weiß nicht welcher Bauart). Damit kommen wir (im Sommer! also ohne Heizung) locker 1 Woche aus. Aber wie gesagt: ohne 230V.

ad 2) Auto + Dachzelt: Seit einigen Jahren sind meine Freundin und ich mit Vaters Auto + Dachzelt oben drauf unterwegs. Da wir das Auto nicht umbauen wollten, musste eine Plug & Play Stromlösung her (alleine schon für die Kühlbox -> :prost2: ). Die sieht folgendermaßen aus: 720Wh LiFePo-Batterie in einer Box mit Ladewandler und 100W Solarpanel zum Hinstellen wo ich will mit 10m Kabel. Mit händischer Nachführung des Panels habe ich bis zu 750Wh Energieertrag/Tag. die Kühlbox braucht an heißen Tagen ca. 400Wh davon, bleibt der Rest zum Batterieladen bzw. den anderen Verbrauchern (Licht, Wasserpumpe, Handy, Laptop,...). Die Batterie wird während der Fahrt NICHT geladen, aber die Kühlbox mit Fahrzeugstrom betrieben. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich auch auf Campingplätzen, wo der Landstrom inklusive ist, das Netzkabel nicht ausrolle, sondern lieber das Solarpanel neben das Auto stelle.
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Re: Brauckis Camping Solar Thread

Beitrag von Brämerli »

Trackkrasher, hast Du ein par Gerätebezeichnungen? Panel, Kühlbox, PnP-Lösung?
Verstehe ich richtig, die PnP Lösung wird nie mit dem Akku vom Auto verbunden? Ich frage, weil ich schon länger selber eine Frage zu den Möglichkeiten der Laderegler habe, hier aber den Thread nicht kapern will.

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Re: Brauckis Camping Solar Thread

Beitrag von trackcrasher »

Batterie: https://shop.gwl.eu/LiFeYPO4-batteries- ... V60AH.html
Laderegler (in der Ausführung 75/15): https://www.victronenergy.de/solar-char ... s/mppt7510
Panel (ich glaube das hier, bin mir nicht mehr ganz sicher - hab 2 davon mit Scharnieren zu einem "Koffer" zusammengebaut): https://www.offgridtec.com/generatoren/ ... allin.html (die fertigen "Solarkoffer" haben mir nicht gefallen, weil die alle beim Zusammenklappen die Modulfläche nach außen klappen -> ich habs mir andersrum zusammengebastelt, sodass im zusammengeklappten Zustand der Rahmen außen ist)
Kühlbox (ich hab die FR40, das hier ist offiziell der Nachfolger - den Daten nach aber ziemlich ident): https://www.mobicool.com/en-de/de/produ ... 0-_-222667

Batterie & Laderegler sind in einer Eurobox eingebaut, mit den notwendigen Sicherungen, außen dran 12V Steckdosen und einem spannungsabhängigen Relais: das hat die Aufgabe, die montierten 12V Steckdosen bei vorhandener KFZ-Stromversorgung (Zündung an) auf KFZ-Stromversorgung durchzuschalten. Somit ist diese Batteriebox schon mit dem Auto "verbunden" (durch ein Kabel), nimmt aber daraus nie Strom auf, sondern schaltet automatisch durch.
An dieser Stelle habe ich natürlich lange über Ladebooster etc. nachgedacht, aber alles wieder verworfen, da über Bordsteckdose nix geht (zu geringer Strom) und im Auto fix verkabeln wollte/will ich (derzeit) nicht.

Ich würde an deiner Stelle zusehen, alles mit 12V (bzw. Gas) in Betrieb zu halten, dann lösen sich deine Energieprobleme von selbst: Eine überschaubar große Batterie (bis 100Ah), 150-250W Solar und du bist gerüstet. Und das wichtigste: das Bier ist kalt!! :prost2:
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Re: Brauckis Camping Solar Thread

Beitrag von Brämerli »

Danke. Da möchte man sich gleich ne neue Anlage zulegen.

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Re: Brauckis Camping Solar Thread

Beitrag von Brett-Pitt »

Daumen hoch auch bei TC.
Das hat alles Hand und Fuß
(und hohen Daumen).

Bleib bei 12V Gleichstrom, evt.
maximal 24V (DC).
Kochen und Heizen mit Gas,
also auch Warmwasser.

PV-Module, egal ob neu oder
gebraucht, so aufstellen, daß
du im Hochsommer 30 Grad
Anstellwinkel hast. Und zur
Tagnachtgleiche 45 Grad.

Warmwasseranlage hatte ich zum
Duschen sogar bei Motorradtreffen
mit: In Outdoorshops gibt es so 5 bis
10 Liter KS-Beutel, die hängst du in
die Sonne. Abends ist das Wasser warm.

Weitercampen,

Sol-Pit
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mit Eigenstrom-Auto noch mit Nullenergie-Haus kompensieren !!!

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Re: Brauckis Camping Solar Thread

Beitrag von trackcrasher »

Brett-Pitt hat geschrieben:
Mo 1. Feb 2021, 11:19
...
Bleib bei 12V Gleichstrom, evt.
maximal 24V (DC).
Kochen und Heizen mit Gas,
also auch Warmwasser.
...
Alles, was man fürs Camping braucht, läuft mit 12V, da ist man am besten dran. Was damit nicht läuft, schluckt Flaschengas (oder beides, wie z.B. Heizung im Wohnwagen/Wohnmobil; oder wahlweise, wie z.B. Absorberkühlschränke - wobei die nicht dauerhaft mit Solar zu betreiben sind -> sehr schlechter Wirkungsgrad).
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Re: Brauckis Camping Solar Thread

Beitrag von Xir »

Unser Wohnmobil ist so eins der letzten das nicht komplett auf LED umgerüstet war (und auch eins der letzten mit einer Halterung für einen Röhrenfernseher) :laugh2:
Standartmäßig hat es 4x 10W Halogen als leselampen, 3x10W Halogen in der Küche, 2x 20W Halogen zusätzlich in der Küche, und 3x10W im Bad.

Ich habe das ersetzt durch 1,5W LED (statt 10W) und 3W LED (statt 20W).
Der Röhrenfernseher wurde durch ein 12V 24"er LCD ersetzt.

Ich habe also wenn wir "normal" abends da sitzen einen Lichtverbrauch von weit unter 10W. :laugh2: Das ist die eigentliche Revolution.

Das Wohnmobil hat standartmäßig 'ne 90Ah 12V Innenraumbatterie, ausgelegt für langsames entnahmen und nicht für Startstrom, ich nehme an Solarbatterien sind ähnlich ausgelegt.
Da wir auch im Winter fahren und da das 12V Gebläse der Heizung der eigentliche Treiber ist, haben wir seit langem eine 2e Innenraumbatterie.
Im Sommer braucht es das nicht, im Winter für 3 Tage/2 Nächte Autarkie schon.

Kühlschrank und Warmwasser laufen auf Gas.

Normalerweise laufen Wohnwagenkühlschränke auch auf Gas, und das erstaunlich Wirtschaftlich. (nur auf 12V, also Fahrbetrieb, haben Sie halt keine Leistung)

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