Also, nachdem ja der fatale Typhoon Odette vorübergezogen war, waren wir unterwegs in Cordova und Lapu-Lapu. Wir suchten eine Unterkunft für uns. Also meine Frau und ich. Denn in unserem Haus hatten wir weder Wasser noch Strom. Auch mit dem Auto konnte man die Subdivison nicht verlassen da die Ausfahrt, von Trümmern, blockiert war. Denn wir haben noch daran gedacht Kanister zu kaufen damit wir wenigstens Wasser für die Toilette am Meer zu holen. Aber das war eh nur eine kurze Idee, denn woher sollen wir das Wasser zum Duschen, Geschirrwaschen usw. nehmen?
Also machten wir uns gleichentags, früh am Tage, auf, um eine Unterkunft zu finden. Das gestaltete sich sehr, sehr schwierig. Wir suchten in Cordova, Lapu-Lapu, Mandaue und auch in Cebu! Aber überall das gleiche Bild. Entweder waren die Hotels/Unterkünfte geschlossen, weil entweder zerstört oder sie standen vor den gleichen Problemen wie wir. Die wenigen die noch offen hatten waren komplett besetzt. Denn jeder der die Möglichkeit hatte war unterwegs, um eine temporäre bleibe zu finden. Aber wir konnten nicht planlos umherfahren. Wir mussten uns überlegen, wo wir hinfahren und ob wir dann auch wieder zurückkommen. Denn es war an diesem Tag komplett unmöglich Treibstoff zu bekommen. Auch blieb es an den darauffolgenden Tagen ein extrem schwieriges und ebenso langwieriges Unterfangen. Die meisten Petrol Stations waren geschlossen. Dächer sind auf die Zapfsäulen gefallen, Strom war nicht vorhanden, um die Pumpen anzutreiben usw. Also mussten wir sehr vorsichtig mit dem Treibstoff umgehen. Auch wenn der kleine Scooter kaum Treibstoff benötigt. Jede Fahrt musste geplant werden.
Nach langen Suchen, nachdenken, überlegen und und und, sind wir dann auf ein Boardinghouse in Mandaue gestoßen das offene UND noch freie Zimmer hatte!!! WAS für ein Glück für uns! Nebenbei, die Lage war genial! Wir logierten nahe an der 1. Brücke nach Lapu-Lapu, also nicht so weit vom Flughafen entfernt. Das war gut, denn ich habe mich entschlossen umgehend nach Europa zurückzukehren. Denn meine Anwesenheit hätte niemanden mehr etwas gebracht, sondern nur noch mehr Geld gekostet was wir aber jetzt dringendst benötigen. Denn, mittlerweile hatten wir spärlichen Kontakt mit zuhause in Cogon / Bohol aufbauen können. Es gab ein Signal fürs Telefon, manchmal jedenfalls und dazu noch sehr schwach und nur an bestimmten Orten, die man suchen musste. So erfuhren wir das unser komplettes Resort zerstört wurde. Das Haus wurde wortwörtlich weggefegt! Mit allen drin und dran! Auch die ganze Landschaftsarchitektur wurde Opfer vom Typhoon. Das gleiche mit der Bar und dem Sari-Sari Store. Das Einzige was blieb war der angefangen Rohbau, den wir errichteten, um die Bar und den Sari-Sari Store zu vergrössern und zu erweitern. Der ganze Rest lag kilometerweit verstreut!
Auch unser Haus und Anwesen in Cogon wurde in Mitleidenschaft gezogen. Dasselbe in Cordova. In Cordova wurde das Garagendach weggerissen und das Dach beschädigt. Zum Glück nicht so stark, dass es reinregnete. In Cogon waren das Schadensbild von grösserem Ausmass. Das Dach von der Dirty Kitchen wurde weggerissen. Auf das Garagendach viel eine Kokospalme und das Dach vom Rooftop war auch weg. Das nebst diversen kleineren Schäden. Alles in allem ein ungedeckter Schaden in guter 6-stelliger Höhe den wir nun zu bewältigen haben. Deshalb entschloss ich mich sofort, das heisst, so schnell als möglich zurückzukehren und meine Arbeit wieder aufzunehmen.
Meine Arbeit aufnehmen? Ja, das ist nämlich so. Nachdem wir ja, vor ein paar Jahren, alles verkauft und unsere Sieben Sachen gepackt hatten, wurde es mir nach einer Weile wirklich langweilig. Ich fühlte mich beschissen den es fühlte sich für mich, einer der einen Leben lang wirklich hart und sehr viel gearbeitet hat, einfach falsch an. So wie einen altes Brauereipferd das man auf den Gnadenhof geschickt hatte. ☹ Das war meiner Laune und meinen Wohlbefinden nicht gerade zuträglich.
ABER da kam mir eine Idee. Warum nicht endlich einmal das tun wovon ich als kleiner Junge schon immer geträumt habe? Warum nicht diesen alten Kinderwunsch endlich wahrmachen? Nein, ich wollte nicht in die Legion. Diesen Wunsch(traum) habe ich mir abgeschminkt. Dazu war es jetzt definitiv zu spät! Nein, es war etwas anderes das mich, seit frühester Kindheit begleitetet. Also machte ich mich auf die Suche nach einer passenden „Saison“ Stelle. Denn ich musste ja nicht mehr des Geldes wegen arbeiten. Davon hatten wir genug. Es reicht gut bis zur offiziellen Pension und danach können wir, da wir Null Schulden haben, locker von der Rente leben und trotzdem noch auf ein gutes Polster zurückschauen.
Gesagt getan. Dank unglaublich guten Menschen, guten Kontakten und, nicht zuletzt, sehr guten Referenzen/Zeugnissen, konnte ich meinen Traumjob ausführen. Das ging, so dass ich ein paar Monate im Jahr „arbeitete“ und den Rest dann wieder Zuhause war. So war es auch beim letzten Mal. Meine Frau holte mich ab, blieb einen Monat und dann reisten wir, Ende Oktober, gemeinsam zurück nach Hause. Ich wollte 4 Monate bleiben. Also bis Ende Februar. So habe ich auch meine Zeit Zuhause geplant. Locker ein paar Dinge/Arbeiten erledigen, ein paar Ausflüge machen, gute Freunde besuchen und einfach sein mit meinen Freunden und meiner Familie. Aber eben, Gott hatte andere Pläne für mich und es kam alles anders.
Deshalb habe ich dann, sobald ich die Möglichkeit hatte, mit meinem tollen Arbeitgeber Kontakt aufgenommen und habe ihm die Situation geschildert. Ich habe ihn gesagt das ich sehr gerne, wenn immer möglich, sofort wieder meine Arbeit aufnehmen möchte. Das war für ihn kein Problem. Somit war schon ein sehr wichtiger Meilenstein erreicht. Viele weitere gab es noch zu erreichen.
Die übereilte Rückkehr gestaltete sich mehr als nur schwierig. Zuerst natürlich einmal waren meine Papiere in Cogon. Also auf der anderen Insel. Aber Fährverbindungen gab es zu dieser Zeit keine Es war alles ausgesetzt. Und wenn sie den Betrieb wieder aufnehmen, wusste niemand. Das kann morgen, übermorgen, in einer Woche oder auch in einem Monat sein. Denn die Pandemie gab es ja auch noch.
Aber wir wären ja nicht auf den Philippinen, wenn es nicht irgendwo supernette und extrem hilfsbereite Menschen gäbe. Denn wir waren nicht alleine mit unserem Problem. Auch andere mussten dringen auf Bohol zurück. Also wir fanden Menschen die einen (verbotenen) Fahrdienst zwischen den Inseln anboten. Gegen etwas Aufgeld natürlich. ABER das sei ihnen gegönnt. Denn das Risiko erwischt zu werden, mit allen Konsequenzen, ist nicht zu unterschätzen. Dazu der Treibstoff, Lohngelder und und und… Alles in allem; Wir waren heilfroh für diesen Service und wir bezahlten gerne den kleinen Aufschlag.
Aber bevor es so weit war, haben wir hin und her überlegt was wir tun sollen damit ich an meine Reisepapiere, sprich Pass, komme. Es hätte die Möglichkeit gegeben das Freunde von uns den Pass zu uns rüberbringen. Denn wenn meine Frau nach Hause reist, wer weiss, ob sie wieder einen Weg zurückfindet? Denn wie gesagt; Der Fährbetrieb war komplett eingestellt und die Überfahrten verboten. Das wurde von der Küstenwache, mit ihren Schnellbooten, kontrolliert.
Wir entschieden uns dann, nach reiflichem hin und her überlegen, dafür dass meine Frau nach Cogon geht und meine Papiere holt. Sie sollte am kommenden Tag wieder retour sein. Unser Hund, Charlie, wollte natürlich auch unbedingt mit! Denn alles was fährt, dem kann er nicht widerstehen! Egal ob Motorrad, Auto, Boot oder was auch immer!! Er ist ein richtiger Speedjunky und Abenteurer.
An der Anlegestelle waren dann noch mehrere Passagiere, die mit rüberfahren wollten. Auch die Motorräder der Passagiere mussten mit. Dafür stand eigens ein Boot zur Verfügung. Bilder folgen am Ende des Beitrages. Die Videos teile ich über meine eigene Cloud. Ich bin kein sog. „Youtuber“ und will es auch nicht sein. Deshalb verzichte ich darauf die Videos auf YT zu publizieren. Bei Problemen mit dem Videolink, bitte benachrichtigt mich.
Ich habe noch mehr Bilder und Videos. Die habe ich erstellt um es, für uns, als Errinnerung an sehr schwere Zeiten, aufzubewahren. Ich werde deshalb nicht mehr viel mehr Bilder der Zerstörung publizieren. Aber für uns ist es wichtig solche Bilder zu haben. Es sind Zeitzeugen. So wie wir Bilder von den, ebenso riesigen Schäden vom 7.2 Erdbeben in Bohol haben das uns 2013 heimsuchte!
Hier der Link dazu: https://en.wikipedia.org/wiki/2013_Bohol_earthquake
Dieses Erdbeben damals verursachte gigantische Schäden auf der ganzen Insel und brachte ganz viele Menschen in grösste existenzielle Nöte! Es gab über Monate, teilweise sogar über ein halbes Jahr, keinen Strom mehr auf der ganzen Insel! Aber das ist eine andere Geschichte, die ich hier nicht erzählen möchte. Das haben wir verarbeitet und so wie dieses Erdbeben werden wir auch diesen fatalen Typhoon, bzw. seine Folgen, hinter uns bringen! Das Leben ist schön!!! Besonders wenn man unter Philippinos leben darf! Nie in meinen, doch nun ein paar Jahrzente alten, und vielgereisten Leben, habe ich Hilfsbereitere, (Gast)freundlichere und mehr positive Menschen kennen gelernt! Wenn die Welt mal definitiv vor dem Untergang steht, dann bete ich zu Gott dass ich in diesen Stunden untern Pinoys sein darf!
Weiter in meiner Geschichte in der nächsten Folge. Sobald ich wieder etwas Zeit finde.
Link zu den Videos. Es handelt sich um die Onedrive Clound von Microsoft:
https://1drv.ms/u/s!AgQcnzkxG4A_lu94Qek ... Q?e=xHn0lf
Beim Video: "AP 2 und Happy Museum" kann man die blockierte Zufahrt (Minute 0:46 - 0:52) zu unserer Subdivison sehen. Weg- und Zufahrt ging nur mit einem Zweirad. Ueber Umwege.
Hier die Fotos:

Drive way Alegria Palms Dos, Cordova


Beschädigter, aber trotzdem supergut besuchter Hardwarestore in Marigondon

Geschlossene Gaisano Mall in Marigondon

Stark beschädigtes Happy Museum Cordova

Sehr stark beschädigte Resto Bar am Port. Sie hätte in den nächsten Tagen eröffnet werden sollen. Es war alles neu gebaut. Alle Küchengeräte, Lüftung usw waren bereits betriebsbereit.
Hier ein paar Bilder vom verladen der Motorräder und Scooters. Eine CUB ist wesentlich einfacher zu verladen als eine dicke NMax. Man lerne; Wenn es hart auf hart kommt, dann ist man mit einer CUB am besten bedient! Der Traktor unter den Zweirädern. Aber dank dank, immer verfügbaren, guten Händen, gelingt auch der Verlad einer dickeren Zweirades.









Komplett zerstörter, grosser commercial Hardwarestore in Marigondon.
Savers Depot war mein bevorzugter HW Store weil er fast alles hatte!

Und diese, nicht unerhbliche, Schäden trug unser fast neues Auto davon. Es wurde auf der ganzen linke Seite und der Motorhaube durch umherfliegende Trümmerteile beschädigt.


























