Gedanken zu Batterieladegeräten egal für welches Fahrzeug

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Harri
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Gedanken zu Batterieladegeräten egal für welches Fahrzeug

Beitrag von Harri »

Ich frage mich ja, wieso nur bei der Erwähnung des "Zauberwortes Batterie" in jedem Thread jedes mal neu die Frage losgeht, welches Ladegerät das billigste, schönste, leistungsstärkste oder geeignetste ist und welche Adaptierung nun die sinnvollste ist.
Ich stelle mal jetzt rein worauf ich zB bei der Verbindung achte.
Bzgl der Adaptierung gehen mir die ganzen herstellergebundene proprietäreren Adapter maximal auf den Geist, taugen m.M oft gar nichts, sind mir zu teuer, erst recht wenn man mehrere Mopeds mit unterschiedlichen Batterien hat.
Bei Mopeds bei denen man gut an die Batterie kommt, finde ich einfache isolierte Klemmen, die den Pol sicherfassen immer noch am besten.
Den seitens des Ladegerätes serienmäßige Adapter schneide ich einfach ab und ersetze stattdessen diesen durch einen verpolungssicheren Stecker.
An diesen kommen ein braunes Kabel für Masse und ein rotes Kabel für Plus. Am Ende jedes dieser Kabel findet sich ein Steckverbinder,

In den Stecker des braunen Kabels wird ein Kabel mit einer Klemme eingesteckt. Diese Klemme geht direkt auf irgendein Masse führendes Teil, entweder Rahmen oder zB Fußrastenträger.

In den Stecker auf dem roten Kabel habe ich verschiedene Möglichkeiten.
- Wenn ich gut an den Pluspol komme stecke ich ein Kabel mit einer isolierten Klemme und diese direkt auf den Pluspol.
- Wenn ich den Pluspol schlecht erreiche ist bei mir immer eine separate Plusleitung (zB um Navi oder andere Verbraucher zu versorgen) mit einer batterienahen Schwebesicherung verbaut. Ich habe halt darauf geachtet, daß das "Weibchen" der Schwebesicherung an der Batterie ist und dann schraube ich den Sicherungshalter auf. Um jetzt die Batterie mit Plus zu erreichen ist ein rotes Kabel vorbereitet mit einem Flachstecker auf der einen Seite und auf der anderen Seite mit ein Schwebesicherungs"männchen".
Dieses Kabel kommt dann auf den mit dem Ladegerät schon verbundenen Verbinder und auf der anderen Seite wird das Sicherungsmännchen zusammen mit einer Sicherung in das Schwebesicherungs Weibchen gesteckt .

Diese Verbindungen im Niederstrombereich sind bei mir isoliert, stabil und zugfest vercrimpt. Zusätzlich ist durch die eindeutige Farbgebung eine Verpolung nur noch vorsätzlich möglich und moderne Ladegeräte haben zusätzlich eine Verpolungssicherung . Hier mit Versicherungen überhaupt nur versuchen zu argumentieren ist "na ja". Der einzige Zustand, der kritisch sein kann, besteht, wenn das Ladegerät eine Stromversorgungsfunktion hat. Das braucht man, wenn man ein Auto in der Werkstatt hat und der Kunde zB keine Codes für Radio hinterlassen hat/kann oder es sich um ein modernes Auto handelt mit im Fahrbetrieb ermittelten Einstellungen, die ohne Strom auf Werkseinstellung gehen. Die stehengebliebene Uhr ist eines der geringsten Probleme, da können auch Komforteinstellungen, wie eine sich in Abhängigkeit vom Fahrerschlüssel automatische Sitz oder Spiegeleinstellung sein.
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Bei den Ladegeräten kommt es auf die Ansprüche an. Laden tun sie eigentlich alle.
Ich unterscheide mal ganz grob in:
-Die einfachen Ladegeräte ohne Regelung wie vor noch 30 Jahren üblich gibt es heute wohl kaum noch. Die haben dann nur mit entweder mit 4, 6 oder 8 Ampere geladen und waren für "große Fahrzeugbatterien" so lala, kleinere im Motorradbereich übliche Batterien wurden damit lebensdauerschädlich einfach gegrillt und eine Bleisäure Batterie war voll wenn sie auf allen Zellen gegast hat
-Die einfachen Ladegeräte mit einer einfachen Regelung, da ist heute auch im Niedrigpreisbereich besseres erhältlich.
Bei diesen beiden Typen ist es (auch wenn der Uropa schon darauf geschworen hat) m.M. am günstigsten, sie zu Entsorgen, solange E- Schrott noch kostenfrei angenommen wird

-Die moderneren elektronisch geregelten Ladegeräte haben dann je nach Ausführung mindestens eine Ladekennlinie, sind gegen überlastung/zu hohe Temperatur und Verbindungsfehler abgesichert. Die besseren haben dann noch die Möglichkeit mit mehreren Ladekennlinien und auch verschiedene Ladespannungen zu laden. Eine optimale Ladespannung liegt zB je nach verwendeter Akkubauart (Blei Säure/Blei Gel/ AGMVlies/Reinblei LiFepo Lion oder in Can Bus Systemen) zwischen bis 14,7 /16 Volt, bzw 13,5V für die Pflegeladung. Wenn nichts einstellbar, wird meist nur mit einer Ladespannung/bzw einer Ladekennlinie geladen.
Entsulfatierungen sind so ein eigenes Ding, weil hier mit "brutalen" Spannungsspitzen bis mindestens ca 18V und teilweise sogar mehr, dafür aber nur ganz kurz und mit irgendwas um 0,1 Ampere. Eine Batterie kann das meist vertragen, aber bestimmte Elektronikteile können durch zerstört werden und deshalb sollte eine nennenswerte Entsulfatierung bei modernen Fahrzeugen auch nur im ausgebautem/nicht angeschloßenem Zustand durchgeführt werden.


Labornetzteile stehen für mich etwas aussen vor, haben den Vorteil, daß man zB die Spannung sehr genau statisch einstellen kann. Das erleichtert auch den Einsatz, wenn man zB eine Stromquelle benötigt. Leider haben sie selten auf Akkuladungen angepasste dynamische sich verändernde Ladekurven. Entsulfatierungen können sie meist auch nicht,

Ich habe mehrere Ladegeräte (weil ich auch mal andere ausprobiert habe) und mir dann etwas neues gekauft wenn das vorig benutzte eine von mir gewünschte Funktion nicht konnte.

Mein Favorit ist im Moment noch dieses leider nicht mehr produzierte/erhältliche Intelli3, mit den von mir oben beschriebenen Anschlüßen.
Ich wüßte ehrlich gesagt nicht, was ich mir bei Bedarf derzeit kaufen wollte.
Ich werde übrigens gerne korrigiert wenn ich etwas mißverständlich, ungeschickt oder falsch formuliert haben sollte.



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Pingelfred
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Re: Gedanken zu Batterieladegeräten egal für welches Fahrzeug

Beitrag von Pingelfred »

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melibokus
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Re: Gedanken zu Batterieladegeräten egal für welches Fahrzeug

Beitrag von melibokus »

Harri hat geschrieben:
Di 3. Jan 2023, 20:43
" ...
Ich habe halt darauf geachtet, daß das "Weibchen" der Schwebesicherung an der Batterie ist und dann schraube ich den Sicherungshalter auf. Um jetzt die Batterie mit Plus zu erreichen ist ein rotes Kabel vorbereitet mit einem Flachstecker auf der einen Seite und auf der anderen Seite mit ein Schwebesicherungs"männchen".
Dieses Kabel kommt dann auf den mit dem Ladegerät schon verbundenen Verbinder und auf der anderen Seite wird das Sicherungsmännchen zusammen mit einer Sicherung in das Schwebesicherungs Weibchen gesteckt .
..."
.
Hallo Harri,
deine vorzüglichen Erklärungungen :idea: ,
... haben fast schon was von einem pornografischen, aufklärerischem Gesamtkunstwerk der deutschen Hochkultur.
'Raich Ranochwas' wäre begeistert gewesen ! :sonne: ;)
.
.
.
Spaß beiseite,
deine Gedanken zur Thematik und die folgenden Ausführungen sind so gut beschrieben, daß sogar mein beschränkter kleingeist, was verstanden hat.
..Und ich was mitnehmen konnte!
(--->... und das, ..will was heißen !)
.
:danke: & :prost2:
Zuletzt geändert von melibokus am Di 3. Jan 2023, 21:31, insgesamt 1-mal geändert.

:prost2:
Gruß Hans
.
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Pingelfred
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Re: Gedanken zu Batterieladegeräten egal für welches Fahrzeug

Beitrag von Pingelfred »

https://kradblatt.de/rechtstipp-abfacke ... adegeraet/

Jan Schweers, Anwalt, Motorradfahrer und guter Kumpel verfasste eine Stellungsnahme zum o.a. Link und Beitrag im Kradblatt.

Jegliche Änderung an Kabel, Stecker entlässt den Hersteller von der beschriebenen Produkthaftung.
Und es geht immer ums Geld, teilweise viel Geld.

Gruß Frank
Zuletzt geändert von Pingelfred am Di 3. Jan 2023, 21:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Harri
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Re: Gedanken zu Batterieladegeräten egal für welches Fahrzeug

Beitrag von Harri »

Mensch, Dein Artikel im Fachblatt für Spezialspezialisten betrifft doch die Benutzung generell von Ladegeräten und nicht der Anschlüße.
Ich kenne die Vorschriften für Batterieladeräume recht gut und habe häufiger auch mit solchen Unfällen zu tun gehabt. Die hier vorhandenen Brandlasten waren bei einem defekten Gerät das Problem. Ein defektes Gerät läßt sich in keiner Preisklasse ausschließen.
Wenn Du nicht dabei bist und versicherungskonform handeln willst, dann bist Du nur "safe" wenn unbeaufsichtigte Ladungen in einen belüfteten Raum mit Ex geschützter Elektrik durchgeführt werden. Zusätzlich muß ein Bodenanschluß mit Reservoir vorhanden sein, damit keine Säure ins Abwasser gelangen kann. Aussen vor der Tür muß Schutzkleidung, Handschuhe und Augenschutz erreichbar sein und im Raum getragen werden. Darüber hinaus muß mindestens eine Augenspülflasche vorhanden sein. Der Inhalt wenn Wasser in kurzem Abstand gewechselt werden und wenn es sich um eine kolloidale Spülflüssigkeit handelt ist das relativ kurze Haltbarkeitsdatum zu beachten. Besser ist eine Spülstation und eine Dusche. Batterien gehören in eine Wanne die mindestens die Säure des darin stehenhenden Exemplars aufnehmen kann.

Die häufigsten Unfälle passieren übrigens wenn in einer Werkstatt geladen wird und beim Flexen der Funkenstrahl eine gasende Batterie trifft.

@Pingelfred
Verhälst Dich jetzt in allen Punkten konform.

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Pingelfred
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Re: Gedanken zu Batterieladegeräten egal für welches Fahrzeug

Beitrag von Pingelfred »

Hallo Harri,

So regelkonform das mein Kumpel den Antrag vor Einreichung sich zu Gemüte führt, und ich auf ein altes Netzwerk von Kollegen zurück greifen kann.

Deine Ausführungen haben mich gerade zum lächeln gebracht, und das ist ja auch gut so. Irgenwie bist Du wie eine alte Ehefrau die immer das letzte Wort haben muss und sich so lange verbiegt bis es den Anschein Recht zu haben erzeugt.

Oh, ist Spät, ich muss ins Bett Brandwache halten :)
Gruß Frank

PS Augendusche Ja, Schutzbrille sowieso mit Sehstärke, aber seit Jahren verwende ich keine klassischen Säurebatterien mehr. Nur Gel/AGM, Spiralzellen.

Du hast den Umgang und die Vorgaben für Lithium-Polymer vergessen. Dafür habe ich eine Sandgefüllte Feuersichere Box. Andere setzen sich den Scheiß ins Helmfutter ans Ohr und laden während der Fahrt...
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Harri
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Re: Gedanken zu Batterieladegeräten egal für welches Fahrzeug

Beitrag von Harri »

Schau, Du hast Dich jetzt verrannt und auf eine nicht zitatfähige Stelle verwiesen.
Wenn irgendwo ein Batterieladegerät steht, spielt es übrigens überhaupt keine Rolle das Du meinetwegen nur Fahrzeuge ohne Blei Säure Batterie laden möchtest.
Entscheidet ist, daß überhaupt die Möglichkeit besteht zB wenn Du Besuch hast oder ein Fahrzeug frisch gekauft hast (das kann ja durchaus mal vorkommen) und noch nicht dazu gekommen bist die Batterie zu tauschen.
Wenn eine Schutzbrille gefoirdert ist, ist eine normale Brille ohne Seitenschutz nicht ausreichend.
Wann hast Du denn das letzte mal die Flüssigkeit in Deiner Augenspülflasche gewechselt (undwann davor) ? Hand aufs Herz und nicht lügen

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Himbeer-Toni
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Re: Gedanken zu Batterieladegeräten egal für welches Fahrzeug

Beitrag von Himbeer-Toni »

Ihr könnt ja drüber lächeln, aber ich sitze im Opa Sessel (Ikea Strandmoon) und überwache alle Ladevorgänge persönlich, bei FAZ und Lübzer.
Als da wären: E-SuperCub mit Ladegerät, C125A mit Ctec, C50 und c70 mit No-Name smart(?) Ladegerät, die riesige Bootsbatterie für die Chinaheizung mit einer Lidl Starter/Ladegerät Kombination für 79 Euro, diverse Taschenlampen und Powerbanks die ich nie nutze aber ständig auffrischen muss.
Ich wäre sehr froh gäbe es ein schlaues Ladegerät mit dem man alles laden könnte, auch ohne Abschluss in Elektrotechnik.
Wenn ich den Supercub Schuppen verlasse stelle ich alles aus, alle Stecker raus, aus Angst das aus Versehen alles abfackelt.
Zuletzt geändert von Himbeer-Toni am Di 3. Jan 2023, 22:30, insgesamt 1-mal geändert.
Einfach, robust, zuverlässig, wirtschaftlich – das sind zusammengefasst die Eigenschaften der Super Cub C125A

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Pingelfred
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Re: Gedanken zu Batterieladegeräten egal für welches Fahrzeug

Beitrag von Pingelfred »

Nein. Kein lächeln, eher etwas Anflugg von Neid... :)

Wir spielen doch nur.

Genieße die Zeit im "Schuppen"
Würd ich auch gerne. Leider zu viel Beton
bei mir...

Gutes Nächtle
Frank
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melibokus
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Re: Gedanken zu Batterieladegeräten egal für welches Fahrzeug

Beitrag von melibokus »

Screenshot_2023-01-03-22-54-33-234-edit_com.miui.gallery.jpg

:prost2:
Gruß Hans
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Andrais
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Re: Gedanken zu Batterieladegeräten egal für welches Fahrzeug

Beitrag von Andrais »

Danke für den Bericht Harri.
Interessant.

Mehr kann man nicht tun, als möglichst pingelig beim Umgang mit Ladegeräten und Batterien zu sein.
Sowohl beim Crimpen als auch beim Anschließen, bei der Steckerauswahl und generell bei der Auswahl der Geräte.
Aber ein Restrisiko bleibt. Wie immer im Leben und auch beim Mopedfahren.
Da könnte auch eine Garage abfackeln.
Die Alternative wäre nicht mehr zu laden.
Ich denke die meisten sind in dem Alter, wo Sicherheit eine große Rolle spielt und machen sich in alle Richtungen ihre Gedanken.
Und das machen alle Vorschreiber und in dem Punkt sind sie sich einig.

Ich habe meine alten schweren Ladegeräte aus dem letzten Jahrtausend vor Jahren entsorgt, weil sie nicht mehr sicher und zeitgemäß waren.
Laden tue ich die Mopedbatterien mit einfachen Geräten, ähnlich so einem:



Im Lidl gibt´s auch immer mal welche Im Angebot.
Bisher haben alle bei Kurzschluss abgeschaltet und tiefentladene Batterien erkannt und sich geweigert diese zu laden. Auch die ganz billigen Geräte aus dem Discounter machen das.
Wenn jemand aber sagt nur CTEC - okay. Die sind bestimmt wertiger für wenige Euro mehr.

Gefährlich finde ich zum Beispiel mit Billigzangen Pressverbindungen herzustellen.
So einen gut verpressten und isolierten Ladeanschluss herzustellen ist mindestens so sicher, wie eine USB Ladesteckdose nachträglich anzuschließen, finde ich.

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Pingelfred
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Re: Gedanken zu Batterieladegeräten egal für welches Fahrzeug

Beitrag von Pingelfred »

Seit Jahrzehnten kaufe ich mehrmals pro Jahr diverse Mopeds (Motorräder) Autos usw.

was ich da an Installationen vorgefunden habe ist teilweise unterirdisch und Brandgefährlich gewesen. Und dies egal wie fast Neu und jung (Afrika Twin 1000) und VW Käfer 1300 Alt. Bei den diversen Käfermodellen mit vielen Jahren und Besitzerwechsel war es oft am schlimmsten. Pflaster statt Isolierband, Krokodilklemmen als Dauerlösung, Durch zu viel Lötzinnkünstler versteifte Leitungen, usw.

An einer Suzuki vor ein paar Jahren wurden die Heizgriffe über den Bremslichschalter angeschlossen, nicht Klemme 15 Funktion, sondern der Laststrom... oder bei der Africa Twin ging dem Vorbesitzer wohl das Kabel aus, und auf schwarz wurde rot angelötet... . Aus diesen Erfahrungen gehört ein Messgerät ständig zu den Arbeiten bei mir. Früher reichte die Glimmlampe mit einem Stück Kabel und Spitze.
Bei den heutigen Steuergeräten, CAN-Bus nicht mehr sinnvoll.

Im Grunde laden alle Ladegeräte. Die Hersteller übertreffen sich mit einem Marketing und müssen immer wieder eine Schippe drauflegen. 9 Stufen statt 5, wobei eigentlich eine, bis zwei völlig reichen würden.

Fragt doch keiner mit welcher Ladecharakteristik die Fahrzeugeigene Lima lädt. Mit Sicherheit nicht nach diversen Kennlinien. Am sichersten wäre es mir die Batterien einfach während der Winterpause auszubauen, in der Garage auf ein Regalbord mit Gummiunterlage und kleinen Spanngummis zu befestigen und ein Ladegerät reihum wandern zu lassen. Da ich aber gerne zwischendurch, wenn die Wetterlage es zulässt fahren möchte, ein wenig Komforteinschränkung. Gerade die Batterie der SC ist sehr schlecht fürs Material erreichbar. gerade bei Kälte im Winter.

Daher mache ich mir Gedanken um die Sicherheit in einigen Bereichen. Völlige Sicherheit kann und wird es nie geben. Bei mir haben sich auch schon Putzlappen entzündet. Daher Metalltonne mit dicht schließendem Deckel für Abfälle und regelmäßig, nicht erst wenn voll entleeren. Feuerspritze, Feuerlöscher, Löschdecke, Eimer mit Sand, Eimer mit Ölbindemittel befinden sich bei mir in jeder Garage. Leider kann ich de Löscher in der Firma nicht mehr prüfen lassen, kostet dann halt im Jahr ein paar Euros. Hobby und Sicherheit halt.

Ich glaube , es könnte sein das ich der einzige mit Löschdecke und Wandhalterung in der Küche bin. Feuer auf Schiffen ist eine der gefährlichsten Situationen und darauf war ich trainiert (Lecksicherungslehrgänge Neustadt/Holstein) Dichter am Feuer und Wasser war ich nie zuvor.

Was mich an den CTEK Ladegeräten im Verhältnis zum Preis ständig ärgert sind die bei Kälte steifen Leitungen. erst die Modell der Serie Polar haben kältefeste, elastische Leitungen. Geht doch, warum nur nicht in den preiswerteren Segmenten. In der Regel werden die Ladegeräte ja in der Winterpause hauptsächlich genutzt.

Gruß Frank
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Harri
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Re: Gedanken zu Batterieladegeräten egal für welches Fahrzeug

Beitrag von Harri »

Frank hat sich wohl eine neue Tastatur gekauft, die er bevor er sie bald wieder verkauft, erst ein bisschen vor sich hin beschreiben muß.

@Andrais
gerade im Stecker und Verbindungsbereich ist die Auswahl an tauglichem Material mittlerweile sehr groß und seit ein paar Jahren gibt es für kleines Geld ca10 Euro vernünftige Crimpzangen, die dauerhafte Lösungen ermöglichen.
Hier als ein wahllos rausgegriffenes gar nicht mal perfektes Beispiel das oben gezeigten rote Kabels mit der isolierten Polklemme, also nur weil es gerade hier liegt.
DSC_7954 (2).JPG
Die Seele ist ein bisschen zu lang abisoliert und wen es stört, hätte man sie sicher auch noch passender kürzen können. Das nächste Mal werd ich es vielleicht/bestimmt besser machen (oder auch nicht). Mich stört es nicht unbedingt, weil die Vercrimpung funktionell in Ordnung ist. Damit kann man, auch wenn man es sonst nicht machen soll, ausnahmsweise mal einen Stecker am Kabel runterziehen. So ein Steckerchen kostet bei Abnahmemenge 100 Stück 2-3 Cent und wenn man die übersteckbaren Isolierungen benötigt sind die auch kaum teurer.

Brämerli
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Re: Gedanken zu Batterieladegeräten egal für welches Fahrzeug

Beitrag von Brämerli »

Über die Fragen um die Ladekennlinie muss ich auch immer wieder schmunzeln. Zumindest, weil ich keine Ahnung habe ob das Moped sich irgendwie drum schert oder einfach Amperekäferchen reinpumpt bis Spannung X erreicht ist (was ich vermute).

Harri
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Re: Gedanken zu Batterieladegeräten egal für welches Fahrzeug

Beitrag von Harri »

Wenn man sich da nicht ein bisschen mit auseinandersetzt, dann wundert es vielleicht, aber eigentlich ist der sinngemäße Zusammenhang auch mit einfachen Worten zum ganz groben Verständnis erklärbar.
Der Regler im Fahrzeug kann nur einen Teil der Ladeaufgaben modernerer Ladegeräte übernehmen und lädt nur bis die Spannung bei Blei Säure Batterien 14,4 V erreicht hat und dann schaltet er ab. Da aber Verbraucher einen Stromverbrauch haben entsteht dadurch dennoch sowas wie eine gewisse Dynamik. Der Regler hat im Betrieb nur mit Batterien zu tun, die eine Spannung von um die 12 V bis 14,4 V haben und die bedient er ausreichend, sodaß die Batterie zu irgendwas um knapp 80 % geladen wird.

Ein Ladegerät hat halt ein paar Aufgaben mehr und gerade die Aufgaben, die mit den ganz niedrigen Amperewerten möglich sind kann ein Fahrzeugregler nicht.
-I-Ladung
Dieses Verhalten mit steigender Spannung bis zu den für eine Blei Säure Batterie optimalen 14,4 V zuladen und dann quasi aufzuhören, entspricht der sogenannten I Ladung eines geregelten Ladegerätes. Für bestimmte Batterien zB auch bei AGM Li, Reinblei wird als Optimum eine etwas höhere Spannung benötigt zB 14,7 V. Deshalb die Umstellung des Ladegerätes auf den Akkutyp.
Jetzt gibt es aber keine Verbraucher, die immer noch eine Dynamik erzeugen können und wenn einige Zellen quasi überladen sind, haben andere etwas weniger Spannung in Summe liegen aber14,4 V an und wieder irgendwas zwischen 75 und 80 %.

-U1 Ladung (oft auch Zellenbalanzierung genannt)
Hier wird dann nicht mehr mit steigender Spannung geladen, sondern für wenige Stunden mit einer konstanten Spannung von14,4 V (ggf 14,7 V) aber mit klitzekleinen Ampere Zahlen (0,1 oder 0,2). Sinn ist einerseits die noch nicht richtig vollgeladenen Zellen noch weiter zu laden und die eigentlich schon überladenen Zellen zu schonen, da die nicht mehr so gut Ladung aufnehmen können, aber kleine Amperezahlen halbwegs gut vertragen können.
Wenn alles gut läuft kommt man immer noch nicht ganz an die 100 % einer möglichen Beladung ran.

Dann gibt es noch die U2 Ladung (oft auch Pflege genannt)
Das ist wieder eine auf wenige Stunden begrenzte Ladung mit konstanter Spannung und kleinen Ampere"n", bloß jetzt mit 13,5 V (ggf 13,7 V).
Erst wenn das abgeschlossen ist, hat eine Batterie die dann maximal mögliche Beladung und sie geht in eine U3 gennanten Minimale Dauerladung oder in
den mit Messungen kontrollierten "Ruhestand", woraus sie dann bei Bedarf wieder erweckt werden, wenn zb irgendeine Spannung unter 13 V gemessen wird. Dann geht der Ladungsvorgang wieder von vorne los.


Es gibt noch weitere Funktionen, die nicht jedes Ladegerät hat.
Zwangsladung
Wenn eine Batterie irgendetwas unter 10 V hat, beginnen einige Ladegeräte gar nicht mit der Ladung, und melden auch "tiefentladen." Entweder kann man einen Versuch mit einer Parallelbeladung durch eine andere Batterie den Startvorgang in Gang zu bringen. Das klappt manchmal und wenn sich die Batterie so auf mehr als 10 V bringen läßt geht der normale Ladevorgang mit der I-Ladung weiter.
Es gibt aber auch Ladegeräte, die mit ganz niedrigen Ampere(n) einen Ladevorgang unter den magischen 10 V, wenn es überhaupt noch möglich ist, erzwingen können.

Canbus Ladung.
Da ist es so, daß das der Ladepunkt ohne Zündung keinen Kontakt hat. Es muß also nach Anschluß dort, der Zündschlüssel zum "Freischalten der Verbindung, kurz gedreht werden. Ab da darf dann der Stromfluß nicht unterbrochen werden, weil sonst nachfolgend der Ladepunkt keinen Kontakt mehr hat.

Die Entsulfatierung mit ganz hohen kurzen Stromstößen, die einige Ladegeräte haben, habe ich oben schon mal erwähnt. Entscheidend ist daß eine Batterie im Entsulfatierungsmodus immer von den diesbezüglich empfindlichen elektronischen Bauteilen,also zumindest elektrisch ausgebaut sein muß.

Wie gesagt, alles nur zum Verständnis ganz vereinfacht und wer es genauer wissen will, hat damit ein Gerüst, mit dem er sich dann schlaulesen kann.

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